Wohngruppen MiA (Mädchen im Aufbruch)

Kurz und knapp:

Die Mädchenwohngruppe „MiA-Mädchen im Aufbruch“ ist eine Kooperation mit dem Heimverbund der Landeshauptstadt Hannover.

§§ 27/41 in Verbindung mit §34 SGB VIII

Platzzahl 8
Zielgruppe Die Wohngruppen richten sich grundsätzlich an alle Mädchen, die der Hilfe zur Erziehung in stationärer Form bedürfen.
Aufnahmealter ab 16 (in Ausnahmefällen auch ab 15)
Aufnahmekriterien - Mädchen in unterschiedlichen Problemlagen, die nicht mehr zu Hause leben wollen oder können und Unterstützung bei der Alltags- und Problembewältigung sowie der individuellen Lebensplanung brauchen
- Mädchen, die lernen wollen, Verantwortung für sich und ihren Alltag zu übernehmen
- Mädchen, die sich in der Schule, Ausbildung oder ähnlichem befinden bzw. begeben wollen und dazu Unterstützung brauchen
- Mädchen, die mit anderen Mädchen zusammen wohnen wollen
- Mädchen, die bereit sind, sich an Regeln und Absprachen zu halten

Betreuung Pro Wohngruppe zwei Diplom-Sozialpädagoginnen des Heimverbundes und eine Diplom-Sozialpädagogin des Mädchenhauses

Kontakt: Gabi Arndt 0511-3005870 (Mädchenhaus)
Heike Wahlen 0511-168-48433 (Heimverbund)


Kooperation, Betreuung und Hintergründe

Die Kooperation lebt davon, dass sich die Mitarbeiterinnen beider Träger in und für die Wohngruppe mit Bezug zu den Inhalten der Mädchenarbeit engagieren.
Das Mädchenhaus sorgt insbesondere dafür, dass mädchenspezifische Themen sowohl im Alltag eine Rolle spielen, als auch auf der Ebene der Teamreflexionen einfließen.

Die Betreuung erfolgt stundenweise, also nicht rund um die Uhr. In der Regel ist eine der drei Betreuerinnen in den Nachmittags- und Abendstunden vor Ort. Um den Kontakt zu den Jugendämtern und Schulen zu pflegen oder die Mädchen bei Arztbesuchen oder anderen Terminen begleiten zu können, sind die Betreuungszeiten jedoch flexibel. Der Samstag ist der einzige betreuungsfreie Tag. Nachts und an den Wochenenden steht den Mädchen für Notfälle eine Rufbereitschaft zur Verfügung. Die Mädchen machen immer wieder deutlich, dass sie einerseits Betreuung wünschen und schätzen, andererseits hinter dem Angebot von Unterstützung aber schnell das Infragestellen der eigenen Handlungskompetenz vermuten. Das Angebot „Ich kann Dich gerne zu dem Gespräche in der Schule begleiten“ wird dann zu der Botschaft: „Ich traue Dir nicht zu, dass Du das alleine schaffst“.

Bis zu dem Zeitpunkt ihres Einzuges haben viele der Mädchen eine hohe familiäre Verantwortung getragen. Dadurch wurde es für sie umso schwerer, sich von der Familie zu lösen und eigene Perspektiven und Lebenswünsche zu entwickeln. Einige haben sich gezwungen gesehen, in ständige Konfrontation mit ihren (Pflege-) Familien zu gehen und auf diese Weise für mehr eigenen Raum zu sorgen.
Dieses Streben nach Autonomie und die damit verbundene Suche nach der eigenen Identität stellen Herkunfts- und Pflegefamilien sowie Jugendhilfeeinrichtungen regelmäßig auf die Probe, denn die Mädchen sehen ihre einzige Chance nicht selten in der Rebellion. Andere ziehen sich in sich selbst zurück und werden möglichst unsichtbar.
Mädchen, die die Erfahrung machen, als Mädchen zwischen verschiedenen Kulturen zu stehen, geht es da sehr ähnlich.
Die Folge für die Mädchen sind nicht selten großer Stress und Überlastungssymptome, die sich auf körperlicher Ebene ebenso zeigen wie auf psychischer.

Die Mädchen erhalten in beiden Mädchenwohngruppen die Möglichkeit mit Unterstützung der Sozialpädagoginnen Altes zu verarbeiten und Neues kennenzulernen, um daraus eigenverantwortliche und selbständige Handlungsstrategien zu entwickeln.



Stimmen einiger Bewohnerinnen aus 2011

A.: „ Hier lerne ich, viel alleine zu machen und bin nicht ständig unter Betreuung, unter Druck und so. Ich finde die Selbstständigkeit in der WG gut und die Ruhe. Das ist schon ein Jackpot.“
Auf die Frage danach, was sie am meisten beschäftigt:

B., N. und A.: „Schule und ein Abschluss, Freunde und dass es mit denen keinen Stress gibt, unterwegs sein, Party, Liebe und Sex, Zukunft, Weiterentwicklung und Geld“.